Internationaler Lichtkunstpreis: Favoriten stehen fest

John Jaspers, Direktor des Zentrums für Internationale Lichtkunst Unna (vor der Installation des Künstlers Joseph Kosuth). Foto: www.frankvinken.com

John Jaspers, Direktor des Zentrums für Internationale Lichtkunst Unna (vor der Installation des Künstlers Joseph Kosuth). Foto: www.frankvinken.com

Am 21. April 2017 wird der Gewinner des International Light Art Award (ILAA) bekannt gegeben. Anlässlich dieses mit 10.000 € dotierten Preises findet im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna eine festliche Verleihung statt. Rund 300 Konzepte aus über 40 Ländern wurden eingereicht und von einer international besetzten Fachjury unter dem Vorsitz von Keith Sonnier begutachtet. Als Finalisten wurden Tilman Küntzel (D), Satoru Tamura (J) sowie das Duo Vroegop/Schoonveld (NL) ausgewählt, deren speziell für das Museum angefertigten Arbeiten am selben Abend das erste Mal vor Publikum gezeigt werden. Einen Tag später, ab dem 22. April, werden die Kunstwerke im Rahmen eines Familienfestes der breiten Öffentlichkeit präsentiert und bis zum
4. September ausgestellt.

Leuchtkraft und Schaltgeräusche

In Tilmann Küntzels Installation zeichnet sich das Licht von 40 flackernden Glühbirnen eines großen, auf dem Boden liegenden Kristall-Kronleuchters als spektralfarbene, tanzende Bewegung an den Wänden und der Decke ab. Seine Audiovisuelle Rauminszenierung mit Lüster füllt den Raum nicht nur mittels Leuchtkraft, sondern auch mittels akustisch wahrnehmbarer Schaltgeräusche, die durch Fehlschaltungen entstehen.

Rotierende Lampen

Das holländische Künstler-Duo Vroegop/Schoonveld ist für seine Installation ECHO, turning the light around nominiert. 200 rotierende Lampen mit einem schwarzweiß karierten Muster bilden die Form eines Unendlichkeitszeichens. Durch die Bewegung des Lichts entsteht ein fließender Strom, der den Blick von außen nach innen leitet. Das Konzept der begehbaren Lichtskulptur rekurriert auf eine taoistische Meditationsweise und ist in ihrer reduzierten Form auch ein Echo auf die minimalistische Kunst.

Iván Navarro: Traffic. Foto: www.frankvinken.com

Iván Navarro: Traffic. Foto: www.frankvinken.com

Licht als Phänomen

Die Kunstwerke des japanischen Multimedia-Künstlers Satoru Tamura basieren auf dem Thema der „Vernichtung der Bedeutung“, um Werke von puren, reinen Ideen, ohne Symbolcharakter zu kreieren. So auch Point of Contact for Unna, das, um es einfach zu sagen, ein offener und übergroßer elektrischer Schalter ist. Satoru Tamura definiert Licht nicht als Technologie, sondern als Phänomen. Elektrizität fließt, Lichter gehen an.

Zur internationalen Fachjury zählen Gregor Jansen (Kunsthalle Düsseldorf/D), Pedro Cabrita Reís (Bildhauer/Installationskünstler/PT), Jurgen Bey (Designer/NL), Andreas Muxel & Martin Hesselmeier (Preisträger ILAA 2015, A/D) und Christina Kubisch (Installationskünstlerin/D). Den Juryvorsitz hat Keith Sonnier (Künstler/USA).

Die Initiatoren
Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna

Das weltweit einzige Museum, das spezialisiert ist auf die Präsentation von Lichtkunst, wurde 2001 gegründet. Es vereint in den zehn Meter unter der Erde gelegenen Kühl- und Lagerräumen der ehemaligen Lindenbrauerei die wichtigsten internationalen Positionen der Lichtkunst. Ein Großteil der Lichtkunstinstallationen wurde eigens für die Räume vor Ort geschaffen, darunter sind Werke von James Turrell, Christian Boltanski, Ólafur Elíasson, Rebecca Horn, Joseph Kosuth, Brigitte Kowanz, Mischa Kuball, Christina Kubisch, Mario Merz, François Morellet, Jan van Munster, Stefan Reusse und Keith Sonnier.

innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft
Gemeinsam mit dem Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna wurde der ILAA im Jahr 2015 durch die innogy Stiftung (ehemals RWE Stiftung) ins Leben gerufen. Die Stiftung fördert insbesondere Projekte in den Bereichen Bildung, Energiewende vor Ort und Digitalisierung und will damit zu einem umfassenden gesellschaftlichen Verständnis von Energie beitragen. Sie ist 2009 aus der RWE Jugendstiftung hervorgegangen und verfügt über ein Eigenkapital von gut 60 Millionen Euro.

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