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Dohr, Günter

Günter Dohr

Günter Dohrs Installation „Consol gelb“ leuchtet wieder weithin sichtbar. Foto: Stadt Gelsenkirchen

Die Kunstwelt trauert um Prof. Günter Dohr. Der Künstler und Designer starb am 25. Februar 2015 in Krefeld. Er wurde 78 Jahre alt.

Der gebürtige Münsteraner hatte zunächst Malerei in seiner Heimatstadt sowie an der Kunsthochschule in Kassel beim Documenta-Gründer Arnold Bode studiert und arbeitete als Kunstlehrer. Mitte der 1960er Jahre begann er, mit Licht zu experimentieren, seit 1970 mit elektronisch gesteuerter Farbveränderung. Während die Formen oft schlicht blieben, sorgte das Licht für eine intensive Wirkung beim Betrachter. Weiterlesen

Hartung und Trenz

Detlef Hartung und Georg Trenz. Foto: www.hartung-trenz.de

Detlef Hartung und Georg Trenz. Foto: www.hartung-trenz.de

Inspiriert von visueller Poesie

Ein einziges Wort sorgte in Jerusalem für großes Aufsehen. Detlef Hartung und Georg Trenz projizierten in Englisch, Hebräisch und Arabisch „Light“ auf die alte Stadtmauer von Jerusalem. Rund 300 000 Besucher sahen vom 5. bis 13. Juni 2013 das Lichtspektakel auf dem historischen Gemäuer. Bei den Lüdenscheider Lichtrouten 2013 hatten die beiden Lichtdesigner ein hochmodernes Gebäude für ihre Installation ausgewählt. Sie spielten mit dem 2009 fertiggestellten „Allen-Haus“ am Sternplatz. Und das gleich im doppelten Wortsinne. „Spiel Raum Stadt“ – diese drei Begriffe flimmerten in ungezählten Variationen über die Fassaden des weißen Würfels.

Impressionen Lichtrouten 2013

Impressionen Lichtrouten 2013

Hartung und Trenz sind inspiriert von der visuellen Poesie des Hörfunkautor Ferdinand Kriwet. Er überraschte in den 1960er Jahren das Publikum mit seinen „Sehtexten“. Hartung und Trenz arbeiten seit 1998 mit Text und Licht. Wie die Light in Jerusalem, wo sich die ständig wandelende Schrifttextur mit der faszinierenden Struktur der alten Stadtmauer vermischten, so bildete die Fassade des Allen-Hauses mit den leuchtenden Begriffen „Stadt Spiel Raum“ ein leuchtendes Ganzes bilden. Hartung und Trenz regen so zum Nachdenken über die Lesbarkeit der Dinge und über das Licht als ihre Grundvoraussetzung an.

Ort und Licht bilden immer eine Einheit

„Seit nahezu 20 Jahren beschäftigen wir uns mit dem Verhältnis von Wort und Bild, den beiden wichtigsten visuellen Möglichkeiten, Wahrnehmung zu interpretieren und zu archivieren“, heißt es auf ihrer Homepage. Ort und Licht bilden bei Hartung und Trenz immer eine Einheit. Ein weiteres Beispiel: Ende Juni projizierten sie die Worte „Ave Maria“ in den Altarraum der Kirche des Klosters Fürstenfeld.

Die beiden Lichtdesigner arbeiten mit hohem technischem Aufwand. Für ihre erste Installation verwendeten sie im Jahr 1998 immerhin 62 Dia-Projektoren. In Jerusalem verzauberten sie das Publikum mit einer Vier-Kanal-Videoinstallation, vier LED-Projektoren und vier Mediaplayern.

Architektur und Textur verschmelzen auch an dem Gebäude der Theologischen Fakultät in Paderborn zu einer Einheit. Foto: www.hartung-trenz.de

Architektur und Textur verschmelzen auch an dem Gebäude der Theologischen Fakultät in Paderborn zu einer Einheit. Foto: www.hartung-trenz.de

Hartung + Trenz

Detlef Hartung

1958              in Caracas/Venezuela geborenseit 1967      wohnhaft in Deutschland

1979 – 84     Studium Maschinenbau, TU München

1985 – 91     Studium an der Akademie der Bildenden Künste München,

Meisterschüler bei Professor Berger

1992 – 98     Assistent, Akademie der Bildenden Künste München

1998 – 00     Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Akademie der Bildenden Künste                         München

seit 1999      freischaffend

seit 2001      wohnhaft in Köln

 

Georg Trenz

 1962              in München geboren

Studium an der FH München

1982 – 86     Diplom künstlerisch-ästhetisches Kommunikationsdesign

1988 – 94     Studium an der Akademie der Bildenden Künste München,

                        Meisterschüler bei Professor Berger

seit 1994      Licht-, Raum-, Textprojektionen

als Lichtkünstler freischaffend tätig

seit 1997      Dozent an verschiedenen städtischen Meister- und Technikerschulen

in München

 

Werkbeschreibung

 

  • Hartung + Trenz arbeiten seit 1998 gemeinsam an ortsbezogenen Installationen mit mehr als einer Lichtquelle (Projektoren)
  • ihr Thema: Licht – Raum – Sprache
  • inszenieren Choreographien von animierten Buchstaben und Worten
  • Werke sind visuelle Poesie, die Worten und ihren Bedeutungen gewidmet sind
  • eröffnen im spielerischen Umgang mit geschriebenen Worten und ihrer

typographischen Darstellung neue interpretatorische Freiräume

  • bespielt werden architektonische oder landschaftliche Hintergründe
  • auch Interaktionen: auf einer zweiten Ebene werden Texturen erst durch das

Schattenspiel der Besucher lesbar (IT-Büro Rohrbach/Bayern; 2007)

 

Ausstellungen

  • große Vielzahl von temporären Ausstellungen und Events im deutschen und

internationalen Bereich von 1996 – 2012

bedeutend sind u. a.:

  • 2012 – Lebenszeichen, Lichtströme 2012, Kaiser Wilhelm I Denkmal, Koblenz
  • 2010 – Maboneng – Place of Light, Johannesburg
  • 2007 – LUX.US Lichtkunstpreis 2007, Städt. Galerie Lüdenscheid

 

 

Preise

 

  • 2000 Tassilo-Preisträger der Süddeutschen Zeitung
  • 1997 Kunstpreis des Landkreises Fürstenfeldbruck
  • 1997 Förderpreis der Jürgen Ponto-Stiftung
  • 1995 Förderpreis des Landkreises Fürstenfeldbruck

 

Kunst am Bau – Projekte

 

  • 2006 – EIN-BLICK Kunst am Bau für den „Künstlerhof“ am Ludwigsplatz

in Rosenheim

 

  • 2003 – Stiftung Kunst: Raum Sylt-Quelle – ständige Licht-Rauminstallation in Rantum-Sylt

 

  • 2000 – Hochbauamt München – Kunst am Bau für den Umbau und die
    • Erweiterung der ehemaligen Graw-Kaserne in München

 

 

Moholy-Nagy, Lázsló

Universalgenie und Multi-Media-Künstler

Lázsló Moholy-Nagy

  • geboren in Bacsborsod/Ungarn
  • Beginn des Jura-Studiums in Budapest/Ungarn

1915 – 1918 Kriegsdienst und Verwundung.

Er beginnt zu malen und zu schreiben.

  • Übersiedlung nach Wien. Kontakt zur ungarischen Künstlergruppe „Ma“.
  • Wechsel nach Berlin. Kontakt zur Künstlergruppe „Der Sturm“ Mitarbeit an vielen avantgardistischen Künstlerzeitschriften.
  • erste Fotogramme.
  • Berufung an das Bauhaus als Leiter der Metallklasse.
  • Start der Hausgabe der Bauhausbücher zusammen mit Walter Gropius.
  • Zusammen mit Walter Gropius Übersiedlung nach Dessau. Verstärkte Arbeit mit Fotogrammen und Autor des Bauhausbuchs Nr. 8 „Malerei Fotografie Film“.
  • Verlässt mit Gropius das Bauhaus. Übernahme zahlreicher Auftragsarbeiten (Bühnenbildner, Typografien, Ausstellungsmacher). Er arbeitet auch mit den Glaswerken Jena zusammen. Unter anderem entwickelte er neue Formen der Produktwerbung. So wurde das Jenaer Glas zum Inbegriff moderner Markenkultur.
  • Beginn der Filmarbeiten. Autor des letzten Bauhausbuches Nr. 14 „Von der Malerei zur Architektur“.
  • Arbeit für die Pallas-Studios in Amsterdam, farbfotografische Experimente, Ausstellungsgestalter.
  • Wechsel der Familie nach London. Arbeit als freier Künstler.
  • Übernahme des New Bauhaus in Chicago auf Vermittlung von Walter Gropius. Einrichtung eines Lichtlabors. In seiner freien Kunst gewinnen dreidimensionale Bilder aus transparenten Materialen an Bedeutung.
  • Im Alter von 51 Jahren stirbt László Moholy-Nagy an Leukämie.

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Piene, Otto

Otto Piene im Jahr 2012: Damals besprach er mit Kuratorin Melanie Bono und LWL-Museumsdirektor  Dr. Hermann Arnhold den Umzug und die Neugestaltung seines Werkes "Silberne Frequenz". Foto: LWL

Otto Piene im Jahr 2012: Damals besprach er mit Kuratorin Melanie Bono und LWL-Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold den Umzug und die Neugestaltung seines Werkes „Silberne Frequenz“. Foto: LWL

Schöpfer der Himmelsskulpturen

 

Er schuf Himmelsskulpturen und Feuerbilder und galt als Mitbegründer der Gruppe ZERO als Erneuer der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. Otto Piene lebte für die Magie des Lichts. Am Donnerstag, 17. Juli, ist der Pionier der Nachkriegskunst, der sich auf sein nächstes Sky-Event in Berlin freute, gestorben. In einem Taxi – friedlich und zufrieden, wie ein Sprecher der ZERO-Foundation mitteilte. Weiterlesen

Youngs, Amy

Amy Youngs, Lichtkünstlerin aus Columbus/Ohio (USA). Foto Florian Hesse
Amy Youngs, Lichtkünstlerin aus Columbus/Ohio (USA). Foto Florian Hesse

 

Lebendige und interaktive Installationen

Die amerikanische Künstlerin Amy Youngs (*1968) entwickelt ihre Arbeiten in den Bereichen interaktive Installation und digitale Medienkunst. Der thematische Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt in der Darstellung des komplexen Verhältnisses zwischen der technologisierten Umwelt einerseits und unserer sich wandelnden Vorstellung von Natur – und damit auch von uns selbst – andererseits.

Ihre lebendigen, interaktiven Installationen sind vielfach aus natürlichen Materialien wie Humus, Wasser, Erde, Pflanzen gefertigt. Sie werden teilweise durch lebende Tiere ergänzt. Funktionierende Innenraum-Ökosysteme werden künstlich komponiert.Amy Youngs 1

2010 präsentierte sie in der RedLine Gallery in Denver die Arbeit „River Construct“. Sie steht beispielhaft für zahlreiche Installationen, bei denen sich das Interesse der Künstlerin auf die Darstellung unabhängiger, auf sich selbst bezogener funktionierender Ökosysteme fokussiert. In diesem Fall handelt es sich um ein artifiziell nachgestelltes, natürliches Ökosystem aus fließendem Wasser, Pflanzen und Kaninchen (der Kot der Tiere wird kompostiert, die Pflanzen wachsen und werden verfüttert etc.)

Ein anderes, aktuelleres Beispiel wäre die „Machine for Living Interdependently – rocking chair powered vermiponics” von 2012. Weiterlesen