Tag Archiv für Dr. Susanne Conzen

Die letzten Stunden von “Kunst Jetzt!”

Finissage Ida-Gerhardi-Preis 10022014 (4) neu

Kunst aus Kinderhänden: Dr. Susanne Conzen zeigt eine Bastelarbeit von Helena, die an das Werk von Preisträgerin Gesine Grundmann (links) erinnert. Fotos: Wolfgang Teipel

von Wolfgang Teipel

Die Feuerstelle von Jonas Hohnke ist vor dem Ende der Ausstellung „Kunst jetzt!- Ida-Gerhardi-Preis 2013 “ aus der Städtischen Galerie verschwunden. Fast hätte sie niemand vermisst. Der kunstvolle aufgeschichtete Haufen aus Grillkohlesäcken ist seit einiger Zeit in einer anderen Ausstellung außerhalb Lüdenscheids zu sehen. Kein Skandal also. Normaler Künstleralltag. Jonas Hohnke musste eigens anreisen, um seine Installation abzubauen.

Finissage Ida-Gerhardi-Preis 10022014 (1) neu

Sebastian Ludwig berichtete über seine Arbeit.

Die Mitteilung von Dr. Carolin Krüger-Bahr war allerdings nicht die einzige interessante Nachricht bei der letzten öffentlichen Führung. Bei der Finissage freute sich Dr. Susanne Conzen, Leiterin der Städtischen Galerie, über Inspirationen, die die Ausstellung bei erwachsenen und jungen Besuchern ausgelöst hat. Ein Beispiel hatte sie gleich parat. Sie überreichte Ida-Gerhardi-Preisträgerin Gesine Grundmann ein Werk der kleinen Helena.

Letzte Führung vor dem Abbau

Das Mädchen hatte sich nach einem Ausstellungsbesuch zu einer Bastelarbeit anregen lassen, die an ein Kunstwerk von Gesine Grundmann erinnert. Dafür gab’s reichlich Beifall von den Teilnehmern der letzten öffentlichen Führung durch die Ausstellung. In dieser Woche werden die Werke abgebaut.

Finissage Ida-Gerhardi-Preis 10022014 (15) neu

Gesine Grundmann gab Auskunft zu ihren Arbeiten.

Leichte Schwierigkeiten wird es dabei sicher mit der großformatigen Arbeit von Tim Cierpiszewski geben. Der aus Bottrop stammende Künstler hat eine komplette Wand in der Galerie mit Kreppstreifen abgeklebt, sie anschließend schwarz übermalt und das Krepppapier anschließend abgezogen. Das faszinierende Schwarz-Weiß-Werk mit seinen geometrischen Strukturen könnte auf der Wand einen bleibenden Eindruck hinterlassen, auch wenn es für Kurzlebigkeit angelegt war. „Wir werden wohl tapezieren und auch kräftig spachteln müssen“, sagte Dr. Carolin Krüger-Bahr am Sonntag. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Städtischen Galerie wies die Besucher auf das „neue Sehen“ der jungen Künstler aus Nordrhein-Westfalen hin. „Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung.“

“Neues Sehen” als roter Faden

Nahezu überall würden alltägliche Dinge in neuen Zusammenhängen gezeigt. Das gilt beispielsweise für die Arbeit „Öffentliche Untersuchung“ von Kevin Pawel Matweew. Er hat wartende Frauen und Männer ohne ihr Wissen gefilmt und anschließend den Hintergrund in der Nachbearbeitung entfernt. So rückt er den Menschen in den Mittelpunkt. Die Figuren werden zu ausgestellten Objekten, die viele Fragen aufwerfen. Beispielsweise die nach der offenbar allgegenwärtigen Überwachung.

Sparkasse fördert junge Künstler

Kevin Pawel Matweew kam mit den Besuchern ebenso ins Gespräch wie Gesine Grundmann und Sebastian Ludwig. Die drei Künstler waren zur Finissage am Sonntag angereist. Die Kölnerin Gesine Grundmann wird übrigens der Jury angehören, die den Träger des Ida-Gerhardi-Förderpreises 2015 auswählt. Mit diesem Preis, gestiftet von der Sparkasse Lüdenscheid, sollen junge Künstler mit Bezug zu Nordrhein-Westfalen gefördert werden.

Neben der Preisträgerin gestalteten von Oktober bis zum vergangenen Sonntag 14 weitere Künstlerinnen und Künstler die Ausstellung „Kunst jetzt!“ „Sie haben den Besuchern der Städtischen Galerie einen einzigartigen Blick auf die zeitgenössische Kunst geboten“, betonte Dr. Carolin Krüger-Bahr. Eine Schau wie die Ida-Gerhardi-Preisträgerausstellung sei in der gesamten Region nicht zu finden.

Kollegen:

www.komplett-magazin.de

unserlünsche

www.sesekegefluester.de

www.nordstadtblogger.de

www.rundblick-unna.de

bergkamen-infoblog.de

Tödlicher-Spätsommer

www.tongebiet.de

Lennespiegel

19 500 Euro für die Galerie

Kunstverein

Die Städtische Galerie beherbergt zurzeit die Ausstellung “Kunst jetzt! Ida-Gerhardi-Förderpreis 2013″ (hier ein Werk von Janine Tobüren). Foto: Wolfgang Teipel

 

 

 Wolfgang Teipel

Der Verein Kunstfreunde Lüdenscheid setzt sich entschieden für die Vielfalt und die Freiheit in der Kunst ein. Oberstes Ziel ist dabei die Förderung der Städtischen Galerie. Bei der Mitgliederversammlung am Mittwoch blickten die Kunstfreunde selbstbewusst auf das Jahr 2013. „Wir haben die Arbeit der Galerie in diesem Jahr mit 19500 Euro unterstützt“, sagte Schatzmeisterin Gerlinde Hille. „Das ist eine ganze Menge.“ Vor diesem Hintergrund sehen die Kunstfreunde, die sich 2009 gegründet haben und inzwischen 200 Mitglieder zählen, dem Jahr 2014 hoffnungsvoll entgegen.

Weitere Aktivitäten gesichert

Gerlinde Hille präsentierte der Versammlung den Kassenbericht. Er weist ein ansehnliches Finanzpolster auf. Es sichert weitere Aktivitäten des Vereins.

2. Vorsitzende Cornelia Amtenbrink-Gieß listete in ihrem Bericht eine Reihe von Aktivitäten auf, mit denen der Verein die Städtische Galerie in diesem Jahr unterstützt hat. Dazu zählte beispielsweise das Engagement bei der Foto-Doppelausstellung von Dirk Vogel und Petra Wittmar. Der Lüdenscheider Fotodesigner Dirk Vogel zeigte in seiner Schau „Gesichter einer friedlichen Revolution“ Mutmacher aus der ehemaligen DDR. Petra Wittmar dokumentierte mit ihren Bildern das Leben im 8000-Seelen-Ort Medebach.

Künstler-Schicksale während der NS-Zeit

Noch in diesem Jahr solle die Entwicklung der Dauerausstellung abgeschlossen werden, berichtete Kunstfreunde-Geschäftsführerin und Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen. Seit 18. Oktober beherberge die Galerie die Ausstellung „Kunst jetzt!“ Sie zeigt anlässlich der Verleihung des Ida-Gerhardi-Förderpreises 2013 die Werke von 14 Künstlerinnen und Künstlern sowie das preisgekrönte Werk von Gesine Grundmann. Vom 28. Februar bis 18. Mai wird die Ausstellung „Anpassung – Überleben – Widerstand“ zu sehen sein. Diese Schau, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe durch sein Verbandsgebiet schickt, schildert das Schicksal von Künstlern in der Zeit des Nationalsozialismus.

Schätze aus dem Fundus

Dr. Susanne Conzen möchte außerdem Schätze aus dem Fundus der Städtischen Galerie ans Licht holen. Dazu zählen beispielsweise aufwendig restaurierte Grafiken, die ausgestellt werden könnten.

Vorstand weitere zwei Jahre im Amt

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden Vorstand und Beisitzer bestätigt. Für die Dauer von zwei Jahren besteht der Vorstand aus Prof. Dr. Eckhart Böhm (1. Vorsitzender), Cornelia Amtenbrink-Gieß (2. Vorsitzende), Gerlinde Hille (Kassenwartin) sowie den Beisitzern Klaus Crummenerl, Arnd Fiedler, Kurt Kornmann, Carola Kosche und Klaus Steinweg.

Mitglied werden: Einzelmitgliedschaft (Jahresmindestbeitrag 20 Euro), und Familienmitgliedschaft (Jahresmindestbeitrag 30 Euro) sind möglich. Auch juristische Personen (Jahresmindestbeitrag 100 Euro) können dem Verein beitreten. Interessenten erhalten Beitrittserklärungen in der Städtischen Galerie, Sauerfelder Straße 14 – 20. Die Beitrittserklärung kann auch im Internet unter www.kunstfreunde-luedenscheid.de heruntergeladen werden.

Blogger-Kollegen:

www.sesekegefluester.de

www.nordstadtblogger.de

www.rundblick-unna.de

bergkamen-infoblog.de

Tödlicher-Spätsommer

 

 

Einblick in Ausstellung “Kunst jetzt!”

Janine Tobüren

Janine Tobüren überträgt Zeichnungen in die Dreidimensionalität. Foto Wolfgang Teipel

 

Wolfgang Teipel

Janine Tobüren interpretiert abstrakt-expressive Werke bekannter Künstler des 20. Jahrhundert. Aus Zeichnungen werden Skulpturen.  Ein Beispiel ist in der Ausstellung „Kunst jetzt! – Ida-Gerhardi-Förderpreis 2013″ der Sparkasse Lüdenscheid in der Städtischen Galerie am Sauerfeld zu sehen.

Was ihr Werk und die Arbeiten weiterer 14 Künstlerinnen und Künstler ausmacht, können Besucher bei einer öffentlichen Führung am Sonntag, 27. Oktober (ab 15 Uhr) erfahren.

Die Führung übernimmt Dr. Susanne Conzen, Leiterin der Städtischen Galerie. Eintritt und Führung sind kostenlos.

Querschnitt durch die zeitgenössische Kunst

Zu sehen sind Werke, die einen Querschnitt durch die zeitgenössische  Kunst repräsentieren, so wie sie an den Kunstakademien in Nordrhein-Westfalen lebt. Die Fachjury hat diese Arbeiten aus rund 130 Bewerbungen ausgewählt. Der Ida-Gerhardi-Preis 2013 ging an die Kölnerin Gesine Grundmann.

Zwei Arbeiten der Preisträgerin

Die Bildhauerin ist mit zwei unterschiedlichen Arbeiten aus Holz und Metall in der Ausstellung vertreten. Daneben sind Grafiken, Malerei, Videoarbeiten und Installationen zu sehen. So vielseitig wie die Techniken sind auch die Themen der übrigen Werke: Ganz persönliche Erfahrungen variieren mit politischen Betrachtungen oder der Kritik an der optischen und akustischen Überfrachtung des Menschen im 21. Jahrhundert.

Weitere öffentlichen Führungen: 10. November, 8. Dezember, 12. Januar und 9. Februar (Ende der Ausstellung) vorgesehen.

Die Städtische Galerie ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

 

Gesine Grundmann erhält Ida-Gerhardi-Preis

DSC_0660

Die Preisträgerin Gesine Grundmann und Sparkassen-Vorstand Klaus Erger.

Wolfgang Teipel

Für einen Moment herrschte am Freitagabend im Foyer des Museums nahezu absolute Ruhe. Auch bei Gesine Grundmann. Dann feierte das Publikum die Künstlerin aus Köln. Sie ist die diesjährige Trägerin des Ida-Gerhardi-Förderpreises der Sparkasse Lüdenscheid. „Die Jury hat hervorragend gearbeitet“, befand Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Klaus Erger in seiner Rede zur Preisverleihung.

Dann überreichte er Gesine Grundmann die Urkunde, einen Blumenstrauß und nicht zuletzt den Geldpreis über insgesamt 8000 Euro. „Ein kleiner Scheck“, sagte der Chef des Kreditinstituts. Damit spielte er allerdings nur auf die Größe des Formulars an. Immerhin 5000 Euro in bar gibt’s für die Gewinnerin des Ida Gerhardi-Förderpreises 2013. Dazu kommen 3000 Euro für eine Editionsarbeit von  Gesine Grundmann.

Über 130 Bewerbungen

Über 130 Künstlerinnen und Künstler aus Nordrhein-Westfalen haben sich in diesem Jahr für den begehrten Förderpreis beworben. 15 davon kamen nach der ersten Tagung der Fachjury in die engere Auswahl. Am 30. September fällten die fünf Preisrichter nach einer langen Tagung schließlich ihr Urteil.

DSC_0654

Galerie-Leiterin Dr. Susanne Conzen

DSC_0656

Sparkassen-Vorstand Klaus Erger

Bis gestern Abend war es nur einem kleinen Kreis bekannt.

Die Jury-Mitglieder zeichne das aus, was auch für alle Künstlerinnen und Künstler gelte, die sich in diesem Jahr beworben haben, befand Galerie-Leiterin  Dr. Susanne Conzen.

Unbedingte Liebe zur Kunst

„Es ist die unbedingte Liebe zur Kunst“, betonte sie. Dr. Conzen zitierte Jury-Mitglied Dr. Doris Krystof: „Was haben wir für gute Leute ausgesucht“, meinte die Leiterin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K 21 am 30. September.

DSC_0661

Exact is a snake: Das Wandbild von Gesine Grundmann wurde mit dem Ida-Gerhardi-Förderpreis 2013 ausgezeichnet.

Diese Einschätzung teilt die Leiterin der Städtischen Galerie: „Im Miteinander der Werke ist eine Ausstellung von hoher Dichte entstanden. Viele Werke enthalten Unerwartetes und eröffnen dem Betrachter völlig neue Blickwinkel.“ Das eröffne interessante Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit den 15 Werken. Sie sind bis zum 9. Februar 2014 in der Städtischen Galerie zu sehen. Kunst gehe, wenn es gut gehe, dahin, wo es wehtue, betonte sie.

Qualität weiter gesteigert

Sparkassen-Vorstand Klaus Erger bezeichnete den Preis der Sparkasse Lüdenscheid als eine Auszeichnung, die ihre Qualität im Laufe der vergangenen Jahre immer weiter gesteigert habe. „Der Ida-Gerhardi-Förderpreis ist zu einem beliebten Preis unter jungen Künstlern geworden.“ Das zeige nicht zuletzt die große Resonanz auf die Ausschreibung. Die Auszeichnung solle mit ihrer Reputation und der Dotierung Künstlern dazu verhelfen, ihren eigenen Weg zu finden. Auch er bewertet die Ausstellung als einen Querschnitt durch die zeitgenössische Kunst in Nordrhein-Westfalen.

Werk aus Abfallprodukten

„Exact is a snake“, das ausgezeichnete Werk von Gesine Grundmann, erinnert an einen Wandvorhang. Die Künstlerin hat ihn aus Abfallprodukten komponiert, die beim Zerspanen von Stahlrohlingen entstehen.

Gesine Grundmann (Jahrgang 1974) lebt und arbeitet in Köln. Sie studierte Kunstgeschichte an der Albertus-Magnus-Universität in ihrer Heimatstadt und schloss ein Kunststudium an der Kunstakademie Düsseldorf an. Ihren Master of Fine Arts legte sie am Goldsmith College in London ab. 2005 war sie Meisterschülerin bei Prof. Rosemarie Trockel. Gesine Grundmann  hat sich an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt. Seit 2004 wurde sie mit einer Reihe von Stipendien unterstützt.

Blogger-Kollegen:

www.sesekegefluester.de

www.nordstadtblogger.de

www.rundblick-unna.de

bergkamen-infoblog.de

 

Preisträger noch ein Geheimnis

Tim Cierpiszewski1

Die Wand rechts ist ein Werk von Tim Cierpiszewski.

Wolfgang Teipel

Ein roter Veloursteppich, vor Ort in Lüdenscheid sorgfältig gekämmt und so ins Licht gesetzt, dass ein liegender Bulle reliefartig hervortritt. Eine Wand, markiert mit geometrischen Mustern in Schwarzweiß oder eine Installation aus durchsichtigen Acrylplatten – das und mehr ist ab Freitag in der Städtischen Galerie Lüdenscheid zu sehen. Die Ausstellung der Bewerber um den Ida-Gerhardi-Preis der Sparkasse Lüdenscheid bietet einen Gang durch die zeitgenössische Kunst, so wie sie an den Kunstakademien in Nordrhein-Westfalen lebt. „Kunst jetzt“ ist vom 19. Oktober bis 9. Februar 2014 zu sehen.

Gut gehütetes Geheimnis

Dr. Susanne Conzen und Thomas Meermann

“Kunst jetzt” lautet der Titel der Ausstellung. Thomas Meermann (hier mit Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen) wartet gespannt auf die Verleihung des Ida-Gerhardi-Förderpreises.

Wer aber den mit insgesamt 8000 Euro dotierten Preis (5000 Euro in bar, 3000 Euro für eine Auftragsarbeit) erhalten wird, das bleibt bis Freitagabend das Geheimnis von Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen. „Bislang ist es immer gelungen, den Preisträger bis zur Bekanntgabe geheim zu halten“, sagt auch Thomas Meermann von der Sparkasse. Das gilt für den langen Zeitraum von 1989 bis heute. Ein guter Brauch. So soll es auch bleiben.

Eine knappe Entscheidung

Janine Tobüren

Die Arbeit von Janine Tobüren

15 junge Künstlerinnen und Künstler von Nadine Arbeiter über Christian Bögelmann, Tim Cierpiszewski, Marie Gerlach, Gesine Grundmann, Tobias Hantmann, Jonas Hohnke, Sabine Huzikiewitz, Christina Cramer, Sebastian Ludwig, Kevin Pawel Matweew, Jugoslav Mitevski, Markus Saile, Niels Sievers bis Janine Tobüren sind von einer Fachjury in die engere Auswahl genommen worden. Am 30. September wurde der Preisträger gewählt. „Eine knappe Entscheidung“, versichert Dr. Susanne Conzen.

Spannende Zusammenstellung

Die Bandbreite der Arbeiten reicht von Installationen über herkömmliche Tafelbilder mit interessanten Maltechniken bis zu Videos. „Eine ausgesprochen spannende Zusammenstellung“, findet die Galerieleiterin. Originalität, Ästhetik, die Umsetzung des Zeitgeistes, der Umgang mit Traditionen in der Kunst, die Entsprechung von Werk und Material – das und mehr musste die fünfköpfige Fachjury bei ihrer Beurteilung berücksichtigen.

130 Arbeiten gesichtet

Im ersten Durchgang waren immerhin 130 Arbeiten zu sichten. „Da haben die Preisrichter einen Tag lang nahezu pausenlos gearbeitet“, berichtet Dr. Susanne Conzen. Die Sparkasse als Stifter des Ida-Gerhardi-Preises nimmt keinerlei Einfluss auf die Auswahl. „Das überlassen wir ganz dem Sachverstand der Jury“, betont Thomas Meermann. Auch bei ihm wächst die Spannung. Wie so viele andere muss er sich aber noch ein wenig gedulden.

Das Programm: Der Ida-Gerhardi-Preis wird am 18. Oktober verliehen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in der Städtischen Galerie Lüdenscheid. Die Begrüßung der Gäste und Künstler übernimmt Bürgermeister Dieter Dzewas. Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen führt die Besucher in die Arbeit der Künstler ein. Klaus Erger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lüdenscheid, übernimmt die Preisverleihung.

 

Ida Gerhardi – eine eigenwillige Frau

ida gerhardi can

Ida Gerhardis Tanzbilder gelten als die kraftvollsten Werke ihrer Pariser Schaffenszeit.

von Wolfgang Teipel

Der Name Ida Gerhardi hat in Westfalen und insbesondere in Lüdenscheid einen guten Klang. Wer war diese Frau, zu deren Gedenken die Sparkasse Lüdenscheid 1990 den Ida-Gerhardi-Preis gestiftet hat? Hier ein Steckbrief.

Familie: Idas Vater, der Hagener Arzt August Gerhardi, stirbt 1896. Da ist Ida gerade sieben Jahre alt. Mutter Mathilde siedelt mit Sohn Karl August und der neugeborenen Lilly nach Detmold um. Hier lebt die Familie bei Verwandten. Für Ida wird die Mutter später zum Problemfall. Sie wird depressiv und bereitet der Malerin große Sorgen. Zu ihrem Bruder hält sie immer Kontakt und zieht 1912 ins Haus seiner Familie.

Wünsche: Ida will malen und nimmt Zeichenunterricht. „Wozu die ganze Welt, wenn ich nicht malte“, sagt sie. Sie möchte nach der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff zur zweitbekanntesten Frau in Westfalen werden. Dieser Wunsch erfüllt sich nicht.

Die Frau: „Ich möchte eine Ente sein, eine Ente, die allein schwimmt“, schreibt sie einmal. Dieses Zitat ist ein Dokument für Ida Gerhardis Streben nach Unabhängigkeit. Sie wählt den Weg in die Malerei und schreibt sich 1928 an der Münchener Damenakademie für Malerei ein. Schnell wird ihr in der bayerischen Metropole langweilig. Sie will mehr, packt ihre Koffer und geht nach Paris an die Académie Colarossi. Das Studiengeld stiftet die Hagenerin Emilie Elbers – eine Freundin von Idas Mutter.

Käthe Kollwitz1

Ida Gerhardi durchstreift mit Käthe Kollwitz (Foto) das Pariser Nachtleben.

Paris: Die französische Hauptstadt wird zum Lebensmittelpunkt der jungen Malerin. Sie lernt die deutsche Grafikerin, Malerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz kennen und zieht mit ihr durch die Clubs der sich mondän gebenden Halbwelt von Paris. Die junge Frau glaubt an sich. Sie ist fest davon überzeugt, dass es ihr gelingen wird, mit der Malerei ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Für Männer war das damals ein Kraftakt. Für Frauen nahezu ein Unding. Immerhin: Ida malt und lernt viele Künstlerinnen und Künstler kennen. „Der Kreis, in denen ich augenblicklich verkehre ist außergewöhnlich intelligent und begabt“, hält sie fest.

Bilder: Sie malt Porträts, stimmungsvolle Landschaftsbilder, kraftvolle Szenen der Großstadt, Szenen aus den Kneipen im Pariser Künstlerviertel, Bilder von Tänzern, alle spätimpressionistisch voller Farbenpracht. Sie lässt sich dabei unter anderem von Henri de Toulouse-Lautrec inspirieren. Wie er malt sie unmittelbar vor Ort.

Erfolg: Hin und wieder Anerkennung. Aber: „Meine Geldbörse ist leer“, klagt sie oft. Ida Gerhardi kann sich auf dem von Männern dominierten Kunstmarkt nicht durchsetzen. Auch der Versuch, sich in Paris und Berlin durchzusetzen bringt sie nicht weiter. Sie organisiert Ausstellungen und pflegt Kontakt zum populärsten Kunstmäzen jener Zeit, dem Hagener Karl Ernst Osthaus.

Ihr Leben: Ida  Gerhardi war eine mutige Frau, die sich voller Kraft ins Leben stürzte. Paris hat sie genossen. Sie wetterte aus sicherer Entfernung gegen die reaktionäre Kulturpolitik in der Kaiserzeit und gegen die Ja-Sager, die damals das Ruder übernommen hatten. „Bei uns ist man ja geradezu servil. Man wird nicht Professor, wenn man nicht tut, was der Kaiser will“, schreibt sie einmal. Später wird sie ruhiger und legt beinahe konservative Züge an den Tag. Ihren jüngeren Bruder Karl August warnt sie: „Sozi solltest Du aber auch nicht werden.“ Er ist Sanitätsrat in Lüdenscheid und verfasst philosophische sowie literarische Schriften.

Was bleibt: Heute schätzen Kenner ihre tiefgründigen Porträts, auch die Selbstporträts mit Brille. Ihre Tanzbilder gelten aus die aussagekräftigsten Werke aus der Pariser Schaffenszeit (Susanne Conzen/Annegret Rittmann).Für viele ist sie auch eine Pionierin der Moderne. Dafür stehen ihre Bilder. Aber auch das für die Zeit um 1900 unkonventionelle Frauenleben.

 

Reif fürs Museum

Dr. Susanne Conzen

Dr. Susanne Conzen, die neue Leiterin der städtischen Galerie, präsentiert das offizielle Plakat zu den LichtRouten 2013. Foto: Wolfgang Teipel

von Wolfgang Teipel

Reif fürs Museum? Ganz sicher. Lichtkunst hat im Laufe der vergangenen 50 Jahre einen Stellenwert erreicht, der ihr längst Plätze in Museen rund um den Globus sichert. Das Städtische Museum Lüdenscheid und die LichtRouten 2013 passen also auch ohne Fragezeichen gut zueinander. In diesem Jahr ist die Verbindung besonders eng. LichtRouten-Kuratorin Bettina Pelz wird am Samstag, 28. September, in einem Künstlergespräch und am Samstag, 5. Oktober, bei einem Vortrag die Bedeutung von Licht in Kunst, Architektur und Design ausleuchten.

Dazu kommt an allen Öffnungstagen des Museums am Sauerfeld ein dauerhafter Rückblick auf zehn Jahre LichtRouten. Er bietet Interessenten eine Rückschau auf alle Künstler und Installationen, die bislang beim großen Festival des Lichts in Lüdenscheid zu sehen waren. Für Kuratorin Bettina Pelz bedeuten die Vorträge und die Retrospektive Experiment und Wagnis zugleich: „Historische Werke im Rahmen einer zeitgenössischen Schau zu zeigen – das gab’s bisher noch nicht.“ Die LichtRouten könnten sich aber erneut durchaus als Vorbild erweisen. Schließlich hat die Arbeit der beiden Kuratoren Bettina Pelz und Tom Groll bereits anderen Ausstellungen ihren Stempel  aufgedrückt.

Dr. Susanne Conzen leitet seit April 2013 die städtische Galerie. Sie freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem LichtRouten-Team. „Wir hätten es bedauert, wenn wir nicht angesprochen worden wären.“ Von der Kooperation profitieren die LichtRouten und die Einrichtung am Sauerfeld gleichermaßen. „Wir bekommen Veranstaltungen geliefert, die das Haus ins Gespräch bringen“, sagt Dr. Susanne Conzen. Die LichtRouten setzen ihr Ziel um, sich mit möglichst vielen Kultureinrichtungen in Lüdenscheid zu verknüpfen.

Darüber hinaus kann die städtische Galerie einen eigenen Beitrag zur Historie der Lichtkunst liefern. Im Raum „Licht und Bewegung“ sind Objekte zu sehen, die seit den 1960er Jahren angekauft worden sind. Federführend dabei war Uwe Obier, der ehemalige Leiter der Galerie. Dazu Kurator Tom Groll: „Er hatte einen Blick für solche Dinge.“

Das Künstlergespräch am 28. September wird für die Teilnehmer zu einem kleinen Abenteuer. Bettina Pelz wird es in englischer Sprache moderieren. „Anders ist der Gedankenaustausch mit den Teilnehmern aus aller Welt nicht zu bewerkstelligen“, sagt sie. Das könne auf der einen Seite eine kleine Hürde sein. Auf der anderen Seite unterstreiche das den internationalen Charakter, den die LichtRouten inzwischen entwickelt hätten.

28. September, 18 Uhr: Fifty Years after Documenta III – Light and Movements in the Arts, Künstlergespräch moderiert von Kuratorin Bettina Pelz in den Museen der Stadt Lüdenscheid (in englischer Sprache);
Adresse: Sauerfelder Straße 14-20
Info: Museen der Stadt oder Telefon +49.2351.171496
Im Anschluss findet eine Führung unter der Leitung von
Kuratorin Bettina Pelz in englischer Sprache statt.
5. Oktober, 18 Uhr: Die Kunst der Projektion – Hundert Jahre Licht in Kunst, Design und Architektur
Vortrag moderiert von Kuratorin Bettina Pelz in den Museen der Stadt Lüdenscheid
Adresse: Sauerfelder Straße 14-20
Info: Museen der Stadt oder Telefon +49.2351.171496
Auf den Vortrag folgt eine öffentliche Führung der Kuratorin Bettina Pelz. Start ist an der Städtischen Galerie startet.