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Wegen Enervie-Krise: Lüdenscheider Lichtrouten erst 2018

Lichtrouten

Blick in die Zukunft: Die Lüdenscheider Lichtrouten werden von 2016 nach 2018 verschoben. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Das bekannte und beliebte Lichtkunstfestival „LichtRouten“ kann erst wieder im Jahr 2018 in Lüdenscheid stattfinden. Ursprünglich war nach der erfolgreichen Veranstaltung im Jahr 2013 auch eine Auflage des Festivals in 2016 geplant. Als Veranstalter der LichtRouten verfügt das Lüdenscheider Stadtmarketing (LSM) jedoch in der aktuellen Situation nicht über genügend Planungssicherheit, um zum Beispiel Kuratoren und Künstler zu beauftragen. Denn nach wie vor ist ungewiss, wie stark sich der in die Krise geratene LSM-Gesellschafter Enervie in den kommenden Jahren an der Finanzierung der LichtRouten beteiligen kann. Weiterlesen

Fünf Jahre Pause?

Von Florian Hesse

„Ich bin auf Lichtrouten. Komm! Ist cool!“ Für Tom Groll, Kurator des zehntägigen Lichtspektakels, war die mitgehörte Handy-Konversation eines der persönlichen Schlüsselereignisse des Festivals. Kulturbegeisterte, Lichtkunstfans und einfach eventhungrige Lüdenscheider waren unterwegs. Etwa 45000 Besucher haben die Assistenzen an den 20 Standorten gezählt – oder eher geschätzt. Genaue Angaben seien kaum möglich, wenn die ganze Stadt voller Menschen sei, räumen Jörg Marré und Andre Westermann aus der Geschäftsführung der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH als Veranstalter ein.

LR 2013 l App fuer Smartphone

QR-Codes an den Stationen, Infos übers Smartphone, Kommunikation über Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook. Die Lichtrouten 2013 hatten einiges an Neuerungen zu bieten. Foto: Lichtrouten.de

Man habe die Wirkung nach innen für Lüdenscheid, aber auch verstärkt für Auswärtige erreicht, sagt Marré im Gespräch mit dem Lichtstadt-Blog. Als Beispiel nennt er die Beteiligung am Publikumspreis für die interessanteste Installation. Die Vorschläge dafür seien aus ganz Europa gekommen.

Eine Rolle dabei hat offenbar die neue Inszenierung des Festivals gespielt. Erstmals konnten Gäste mit einer App für Smartphones durch die Stadt navigieren, QR-Codes scannen, über Facebook und Flickr selbst interagieren. Wer wollte, konnte twittern oder – ebenfalls Premiere – auf diesem Lichtkunst-Blog Insider-Geschichten oder Betrachtungen am Rand nachlesen. „Wir haben“, sagt Marré, „zehn Tage lang die Stadt gut dargestellt.“

Wie es mit den Lüdenscheider LichtRouten weiter geht, bleibt an dieser Stelle bewusst offen. „Wir gehen davon aus, dass es in drei Jahren stattfindet“, sagt Marré als LSM-Geschäftsführer. Doch er verweist auch auf die erforderlichen Beschlüsse im Aufsichtsrat der Gesellschaft und die finanzielle Ausstattung des Projekts, das in diesem Jahr immerhin 360000 Euro gekostet hat.

Doch es könnte auch anders kommen. Denn der Löwenanteil zur Finanzierung kommt von Sparkasse, Stadt Lüdenscheid, Stadtwerken und Wirtschaftsförderung Kreisstadt Lüdenscheid (WKL) als Gesellschafter der Stadtmarketing GmbH. 60000 Euro schießen externe Sponsoren zu.

Interessant wird es beim Blick auf die Stadt selbst. Lüdenscheid hat sich bedingungslos dem Haushaltssicherungskonzept verpflichtet. Mehrausgaben sind nicht drin. Gleichzeitig lebt die Stadt von der Enervie-Dividende, den Erlösen ihrer früheren Stadtwerke-Tochter. Doch der geht es genau so schlecht. Die Energiewende bringt den regionalen Versorger in heftige Probleme.

Vor diesem Hintergrund bedeutet der neue Vorschlag von Bürgermeister Dzewas, die Lichtrouten zum 750jährigen Stadtjubiläum 2018 stattfinden zu lassen, vielleicht auch Folgendes: fünf Jahre Pause.

Führungen mit viel Herzblut

Foto Assistenzen

Die LichtRouten-Assistenzen sind an allen Tagen dabei. Sie haben jede Menge Informationen im Gepäck.

Sie kennen sich aus mit den Installationen und Künstlern der Lichtrouten 2013. Seit Monaten bereitet sich das Team der Assistenzen mit viel Engagement auf seine Aufgaben als Standortbegleiter und Gästeführer vor. Dem Aufruf der Lichtrouten-Veranstalter waren wieder viele Lichtrouten-Enthusiasten aus Lüdenscheid und Umgebung gefolgt. Rund 50 Frauen und Männer gehören inzwischen dazu und werden während der Lichtrouten im Einsatz sein, teilt das Organisationsbüro der LichtRouten 2013 mit.

Festival größer als je zuvor

Seit Monaten setzen sie sich unter Anleitung von Kuratorin Bettina Pelz mit den Künstlern, den Installationen, der Geschichte des Festivals und der Lichtkunst auseinander. In diesem Jahr ist das Lernpensum besonders hoch, da die Lichtrouten 2013 mit ihren 20 Installationen von internationalen Lichtkünstlern und Designern einen größeren Parcours durch die Innenstadt Lüdenscheids bieten als je zuvor. „In den vergangenen Jahren haben wir sehr gute Erfahrungen mit den Assistenzen gemacht. Sie haben den Gästen mit viel Herzblut und Engagement die Lichtinstallationen nahe gebracht. Ich bin überzeugt, dass es auch in diesem Jahr wieder so sein wird“, so Jörg Marré, Geschäftsführer des Lüdenscheider Stadtmarketings. Die Gäste der Lichtrouten können sich in jeden Fall schon auf viele Hintergrundinformationen an den Standorten und abwechslungsreiche Führungen zu den Lichtrouten freuen.

Viele Hotels schon ausgebucht

Die Lichtrouten 2013 in Lüdenscheid erfreuen sich schon jetzt, neun Tage vor Beginn der Veranstaltung, sehr großer Beliebtheit. Das spiegelt sich unter anderem in den Buchungen der Hotels wider. Alle Hotels in direkter Umgebung des diesjährigen Ausstellungsparcours sind am Eröffnungswochenende restlos ausgebucht. Dort haben sich nicht nur zahlreiche Künstler und Techniker einquartiert, auch viele Fachjournalisten und Gäste logieren zwischen dem 27. September und dem 6. Oktober dort. Für Besucher, die noch einen Kurzurlaub zu den Lichtrouten Lüdenscheid planen, ist aber noch nicht zu spät. In Hotels, die nur wenige Kilometer vom Veranstaltungsgebiet der Lichtrouten entfernt liegen, gibt es noch freie Zimmer.

Bei der Suche nach Unterkünften kann folgender Link hilfreich sein: http://www.tourismus.meinestadt.de/luedenscheid/hotel

Keine Beteiligung von Otto Piene

Otto Piene
Am Donnerstag Abend hat Otto Piene die Beteiligung an den LichtRouten durch sein Team absagen lassen. Mit 85 Jahren ließen sich nicht mehr alle Vorhaben und Ausstellungsprojekte umsetzen. Die Kuratoren der LichtRouten, Bettina Pelz und Tom Groll, sind enttäuscht und zeigen zugleich Verständnis: “Wir hätten Otto Piene sehr gerne dabei gehabt, aber wir verstehen auch, dass nicht immer alles möglich ist.”
Bettina Pelz: “Viele von uns kennen Otto Pienes Arbeiten über die letzten 40 Jahre und wir wollen mit dem diesjährigen Ausstellungskonzept zeigen, wie sich die Projektion als Technik in der zeitgenössischen Kunst über das letzte Jahrhundert ausdifferenziert hat.” Schwerpunkt der LichtRouten aber bleiben zeitgenössische Positionen und neue ortsbezogene Arbeiten wie sie von Refik Anadol, Cuppetelli und Mendoza, Hartung und Trenz, Klaus Obermaier oder Amy Youngs, die gegenwärtig Maßstäbe für den Umgang mit Licht als Material und Medium in der Kunst setzen.
“Die Arbeit von Otto Piene war ein “Add on” zu den diesjährigen LichtRouten, auf das wir jetzt leider verzichten müssen”, kommentiert Jörg Marré, Geschäftsführer des Lüdenscheider Stadtmarketings.

Vom DIAL auf die LichtRouten

Jörg Marré, Bettina Pelz, Dieter Polle (v.l.). Foto: Florian Hesse

 

von Florian Hesse

Wer einen möglichst informativen Einstieg in die LichtRouten 2013 sucht, sollte das DIAL näher ins Auge fassen. Das Deutsche Institut für Angewandte Lichttechnik liegt an der Bahnhofsallee 18 im Herzen der Ausstellung und bietet gleich zwei Künstlern, Diana Ramaekers und Nicolas Schöffer, Raum für ihre Installationen. Zugleich will DIAL-Geschäftsführer Dieter Polle am ersten Lichtrouten-Samstag, 28. September, den Besuchern Gelegenheit geben, bei einem Tag der offenen Tür von 19.30 bis 24 Uhr den zukunftsweisenden Neubau kennen zu lernen.

Der Abend steht damit im Zeichen des Lichtevents, und Mitarbeiter des Instituts erklären an sechs Stationen mit interessanten Experimenten Themen rund um die Licht-, aber auch um die Gebäudeplanung. „Die Zusammenarbeit mit dem DIAL liegt natürlich auf der Hand“, findet Jörg Marré, Geschäftsführer der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH als Veranstalter, „und wir sind dankbar, dass das auch am Wochenende zu diesen späten Abendstunden möglich ist.“ So will das DIAL versuchen, „über die lichttechnische Kompetenz den Zugang zur Lichtkunst“ zu erleichtern. Ergänzend können sich die Gäste das erst zum Jahreswechsel bezogene DIAL-Gebäude anschauen, in dem das Unternehmen für Kunden weltweit forscht und entwickelt. „Dynamische Architektur erleben“ nennt Polle als weiteres Ziel des Abends.

Die Bedeutung des im Drei-Jahres-Turnus stattfindenden Lichtevents wird auch an der Terminplanung des Instituts deutlich. Die jährliche Konferenz mit internationalen Kunden und Geschäftspartnern werde nach Möglichkeit auf den Zeitraum der LichtRouten gelegt, so Polle. Und eine hohe Besucherfrequenz zeichnet sich bereits jetzt, einen Monat vor dem Auftakt der Veranstaltung ab. Man habe bereits Führer aus den vergangenen Veranstaltungen angesprochen und um Unterstützung gebeten, weil die Nachfrage nach Führungen immens hoch sei. Zum Teil in Bussen kommen Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet, sagt Bettina Pelz, zusammen mit Tom Groll zum sechsten Mal Kuratorin der Veranstaltung.

Mehr dazu in Kürze hier und in der Tageszeitung.

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