Tag Archiv für LichtRouten

Wegen Enervie-Krise: Lüdenscheider Lichtrouten erst 2018

Lichtrouten

Blick in die Zukunft: Die Lüdenscheider Lichtrouten werden von 2016 nach 2018 verschoben. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Das bekannte und beliebte Lichtkunstfestival „LichtRouten“ kann erst wieder im Jahr 2018 in Lüdenscheid stattfinden. Ursprünglich war nach der erfolgreichen Veranstaltung im Jahr 2013 auch eine Auflage des Festivals in 2016 geplant. Als Veranstalter der LichtRouten verfügt das Lüdenscheider Stadtmarketing (LSM) jedoch in der aktuellen Situation nicht über genügend Planungssicherheit, um zum Beispiel Kuratoren und Künstler zu beauftragen. Denn nach wie vor ist ungewiss, wie stark sich der in die Krise geratene LSM-Gesellschafter Enervie in den kommenden Jahren an der Finanzierung der LichtRouten beteiligen kann. Weiterlesen

Atemholen in der Erlöserkirche

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Dmitri Grigoriev brillierte in der Erlöserkirche als Interpret barocker, klassischer, romantischer und moderner Werke. Foto: Jakob Salzmann

    von Monika Salzmann

Bei Kerzenschein und stimmungsvollem Licht lud Kreiskantor Dmitri Grigoriev am Samstagabend in der Erlöserkirche zu einer Meditationsstunde mit Klaviermusik aus mehreren Jahrhunderten ein. Im Rahmen der LichtRouten brillierte Grigoriev als virtuoser, bemerkenswert musikalischer Interpret barocker, klassischer, romantischer und moderner Werke.

Lyrisches Fabulieren

Nicht nur die spieltechnische Perfektion, mit der er die Epochen durchstreifte, auch der Farbenreichtum und die Ausdruckskraft, die sein Spiel auszeichneten, begeisterten. Unendlich zartes, lyrisches Fabulieren, das innerste Seiten anrührte, ging mit kraftvollem, sprühend vitalem Musizieren, rasanten Läufen, perlenden Arpeggien, weiten Sprüngen und raschen Tonrepetitionen einher. Von Bach bis Rachmaninoff, von Scarlatti bis Scriabin reichte das farbige, mit liebevoller Hand zusammengestellte Programm. Mit einer musikalischen Einladung zum Gebet („Prière“) rundete der Komponist Grigoriev den erbaulichen, anregenden Ohrenschmaus.

Konzert sehr gut besucht

Sehr gut besucht war das LichtRouten-Konzert bei Kerzenschein, das Gelegenheit zum Innehalten und Atemholen bot. Nichts lenkte von der Musik, dem bald träumerischen, bald ungestümen Schwelgen in berauschenden Klangwelten ab. Nicht zuletzt das abgedämpfte, sparsame Licht in der nur von Kerzen schwach erhellten Kirche trug zum intensiven Musikerlebnis, das der Abend bot, bei.

Mit Bach, in dessen Schaffen das Klavier eine herausragende Stellung einnimmt, begann und endete die musikalische Meditation. Ganz im Sinne der Einheit barocken Denkens umschlossen Bachs Aria mit reichen Spielfiguren-Variationen über durchgängiger Bassstimme und sein von Alexandre Siloti einfühlsam arrangiertes Prélude das Programm wie eine äußere Klammer.

Stilsicher und nuancenreich

Stilsicher und nuancenreich machte Dmitri Grigoriev mit unterschiedlichen Handschriften, sich wandelndem Zeitgeschmack und fortschreitender Suche nach neuen Ausdrucksformen bekannt. Mit Scarlatti (Sonata f-Moll op. 118), dessen Sonaten sich durch ausgesprochene Originalität auszeichnen, kündigte sich der Empfindsame Stil des frühen 18. Jahrhunderts an. Ein schier unerschöpflicher Reichtum an Takt- und Tonwechseln  – glänzend zum Vorschein gebracht – zeichnete anschließend das Finale aus der Sonate As-Dur op. 110 Beethovens aus.

Eigenwillige Tonsprache

Über romantische Impromptus aus der Feder Franz Schuberts führte der Weg ins frühe 20. Jahrhundert, eine Zeit gespannter Erwartung und eines Umbruchs in der Musik. Bei Vertretern der klassischen Moderne wie Alban Berg, Sergei Rachmaninoff und Alexandre Scriabin machte Grigoriev Halt. Besonders Scriabin, der im Lauf der Zeit eine eigenwillige Tonsprache, gleichsam eine Vorform der Zwölftontechnik entwickelte, widmete er seine Aufmerksamkeit. Russische und deutsche Tradition vereinten sich Nikolai Medtners Märchenerzählung op. 20 Nr. 1, in der sich die (Spät)Romantik noch einmal eindrucksvoll zu Wort meldete.

Dickes Lob fürs ganze Team

Assistenzen

Endlich Feierabend. Stephanie füllt ihren Rückmeldebogen aus. Solveig checkt schnell die SMS, die während ihrer Führung eingegangen sind.

 

Die Maschinerie, die dem Publikum aus nah und fern die LichtRouten 2013 präsentiert, läuft wie geschmiert. Künstlerische Leitung, die Techniker, das Organisationsteam und die vielen Assistenzen geben ihr Bestes.

Applaus am Ende der Führung

Wenn dann mal ein Lob herausspringt, feuert das die Motivation der vielen an. Applaus von den Besuchern am Ende einer Führung, manchmal ein Trinkgeld oder auch Schreiben an die künstlerische Leitung, das tut allen gut. Kürzlich erhielten die beiden Kuratoren folgende Mail von Anne Maigler. Sie arbeitet als Designmanagerin und Unternehmensberaterin in Berlin. Sie schreibt unter anderem:

„Liebe Bettina Pelz, lieber Tom Groll,

Was mir am stärksten aufgefallen ist: die Haltung der beteiligten Mitarbeiter. Eine unglaublich zugewandte, liebenswürdige, hoch aufmerksame und engagierte Truppe! Eine wahrhafte „corporate identity“ im Verhalten der Botschafterinnen und Botschafter, die auch nach Mitternacht strahlend und von ihrer Sache begeistert waren, an welchem dunklen Ort auch immer sie sich befanden.

Toi Toi Toi für die Lüdenscheider Tage und Nächte und hoffentlich auf bald mal in Berlin.“

Assistenzen

Die Helferinnen und Helfer holen ihre Unterlagen ab.

Das geht runter wie Butter. Das gilt auch für eine Mail, die www.lichtstadt-luedenscheid.de im Anschluss an die große Pressekonferenz erhielt. Dolmetscherin Isabel Schwagereit, die kurzfristig für eine Kollegin einspringen musste, schildert ihre Eindrücke so: „Übrigens war die Stimmung bei der Pressekonferenz eine ganz andere als sonst beim Dolmetschen. Natürlich sind es immer Menschen, für die ich tätig werde, aber so gelöst und froh wie am Freitag habe ich meine Kunden selten erlebt. Auch das war etwas Besonderes. Weiter viel Erfolg mit und Freude an den LichtRouten.“

Kaffee und Brötchen von Ute

Ein Garant dafür, dass bei allen LichtRouten-Beteiligten eine lockere Stimmung herrscht, ist auch Ute Hessmert. Wo sie am späten Abend auftaucht, sorgt sie für gute Laune. Kein Wunder. Ute hat Kaffee, Tee und Brötchen im Gepäck. Wenn  sie mit ihrem roten Auto auftaucht, wissen alle: Jetzt ist kurze Pause für einen kleinen Imbiss. Die belegten Brötchen spendiert übrigens die Bäckerei Kayser.

Ute Hessmert hat alle Installationen der LichtRouten 2013 mehrfach gesehen. Einen Favoriten hat sie selbstverständlich auch. Es sind die „Zerfließenden Räume“ von Rainer Plum im Platanenhain.

 

Dark Angel fliegt über die Lichtrouten

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Der “Dark Angel” Filiz nahm in der Altstadt seinen Flug auf. Foto: Steve Schulte-Lippern

von Wolfgang Teipel

Yves Bubert hatte nicht zu viel versprochen. Die „Dark Angel“-Performance anlässlich der LichtRouten war der erwartete Knüller. Im Gespräch klingt der Art Director des Salon Bubert professionell noch immer begeistert. „Unsere Erwartungen wurden sogar noch übertroffen“, schwärmt er.

Am Samstag wurde der “Dark Angel” bei seinem Flug über das LichtRouten-Gelände von Menschentrauben geradezu verfolgt und vom Lüdenscheider Fotografen Steve Schulte-Lippern fotografiert. Die Performance hatte allerdings schon Stunden vorher begonnen. LichtRouten-Besucher konnten vor dem Friseursalon in der Altstadt verfolgen, wie sich Filiz Kapricen, Model, Tänzerin und Schülerin aus Köln, Schritt für Schritt in den „Dark Angel“ verwandelte. Die Metamorphose vollzog sich hinter einem Vorhang, mit dem der Salon abgedunkelt worden war. Zu sehen waren die Schattenrisse der Akteure.

Von innen beleuchtete Korsage

Ein hautenger Catsuit, eine transparente, von innen beleuchtete, Korsage aus Kunststoff und zwei mit LEDs illuminierte Flügel, bilden die Basisausstattung für diesen Abend. Dazu kommen dunkle, übergroße künstliche Wimpern und der Turm aus Haaren. Die Frisur baut Meister Yves Bubert mit Massen von Haarspray persönlich auf. Farbige LEDs vervollkommnen den Schopf der 18-jährigen Kölnerin. Dann werden vorsichtig die schwarzen Schwingen, eine Konstruktion aus Hasendraht und echten Vogelfedern, angelegt. Wenig später stöckelt der „Dark Angel“ zur Freude des Publikums los. Erst noch ein wenig unsicher. Stöckelschuhe und Kopfsteinpflaster – die ersten Schritte werden zur Belastungsprobe. Dann hat Filiz ihre Performance im Griff. Wo sie auch auftaucht –  überall sorgt sie für Aufsehen.

Entwurf von Marion Felix-Groll

Das Kostüm hat Gewandmeisterin Marion Felix-Groll entworfen und in die Tat umgesetzt. Für die kosmetischen Details war Buberts Mitarbeiterin Kathleen Lühmann zuständig. Dazu kamen weitere Helfer. „Das Zusammenspiel aller war einfach klasse“, sagt Yves Bubert.

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Die transparente Korsage wurde von innen beleuchtet. Foto: Steve Schulte-Lippern

Das Event zur Lichtkunst, für Yves Bubert war es eine perfekte Ergänzung. „Für Lüdenscheid sollte es so etwas wie eine Initialzündung sein“, hofft der Coiffeur, der bundesweit für das Kosmetikunternehmen L’Oreal unterwegs ist. „Man muss sich einbringen, um die Stadt mit Leben zu füllen. Das war erst ein Anfang“, verspricht Yves Bubert.

Streifzug durch 50 Jahre Lichtkunst

Diskussionsrunde (2)

Amy Youngs, Audrey Rocher, Robert Sochacki und Detlef Hartung sprachen im Museum mit LichtRouten-Kuratorin Bettina Pelz über 50 Jahre Lichtkunst. Foto: Jakob Salzmann

von Monika Salzmann

Was war – wo steuert die Lichtkunst hin? Im Gespräch mit Künstlerinnen und Künstlern ließ LichtRouten-Kuratorin Bettina Pelz am Samstag in den Museen 50 Jahre Lichtkunst Revue passieren.

„Fifty Years of Light in Fine Arts: From Documenta III to LichtRouten 2013” war die Museumsveranstaltung vor kleinem, fachkundigem Auditorium überschrieben. Als Künstler nahmen Audrey Rocher, Amy Youngs, Robert Sochacki und Detlef Hartung am Erfahrungsaustausch teil.

Lebendigkeit ein Kriterium

Robert Sochacki

Von Robert Sochacki stammt die Installation am Wiedenhof. Foto: Jakob Salzmann

Ausgangspunkt der auf Englisch gehaltenen Diskussion war ein Zitat aus der Wochenzeitung „Die Zeit“ aus dem Jahr 1964, das sich auf die Bewegungs- und Licht-Spiele der damaligen Documenta-Künstler Agam, Goepfert, Kramer, Mack, Piene, Uecker, Soto, Bury und Tinguely bezog. „Ich bin nie sicher, ob das, was diese Leute da oben treiben, mit ‚Kunst’ zu tun hat, aber es hat mich stets ungemein gefesselt, und wenn Lebendigkeit ein Kriterium der Kunst ist, dann sind diese Dynamos und Rotoren und Objekte Kunst“, hieß es da. Mit „oben“ war das Dach des Fridericianums, wo sich die Lichtkünstler bei der Documenta III tummelten, gemeint.

Licht als Material und Medium

Was sich inzwischen getan hat in Sachen Lichtkunst, erläuterten die am Gespräch beteiligten Künstler im Detail. Spannend gestaltete sich in einem zweiten Teil der Veranstaltung der Vergleich zwischen Museen und Festivals, die sich mit Licht als Material und Medium in der Kunst beschäftigen.

Aus unterschiedlicher Perspektive – bezogen auf die Herkunftsländer der Lichtkünstler, den Anteil der Männer und Frauen, Materialien und Technologien, ortsspezifische und re- bzw. interaktive Arbeiten – betrachteten Bettina Pelz und ihre Gäste die Fragestellung.

Isabel macht das schon

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Kuratorin Bettina Pelz im Gespräch mit Isabel Schwagereit. Foto: Elke Teipel

von Elke Teipel

Licht und Schatten – das Team der LichtRouten, dem Internationalen Forum für Licht in Kunst und Design (noch bis zum 6. Oktober) lebt und arbeitet für und mit den Projektionen der zwanzig Künstlerinnen und Künstler in der Bergstadt. Auf einmal wird es stocke duster. Alarm in Sachen Kommunikation. Es ist ein Internationales Forum. Das Lüdenscheider „Woll“ reicht da mal nicht. Und dann kommt zwei Tage vor dem Start die Absage.

Erstmal Sprachlosigkeit

Das sorgt erstmal für Sprachlosigkeit. Die Dolmetscherin, zuständig für Verständigung beim gemeinsamen Termin von Internationaler Presse, den Künstlerinnen und Künstlern und den Promis, kann nicht kommen. Schwarzsehen gilt nicht. Ein Notruf an den Niederrhein hat Erfolg. Isabel Schwagereit springt ein. Die Übersetzerin aus Velbert sagt spontan zu. Sie freut sich und ist neugierig auf den Ausflug zu den LichtRouten. Die Diplom-Dolmetscherin ist Expertin auf dem Gebiet der Technik. Doch Licht und Lichtkunst, das ist eher Neuland. „Das ist mal etwas ganz, ganz anderes“, sagt sie.

Keine graue Maus

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Isabel Schwagereit bei der Arbeit. Foto: Elke Teipel

Als Übersetzerin, so Isabel Schwagereit, fühle sie sich oft als graue Maus im Hintergrund. Im Rampenlicht stehen andere. Konzentriert und souverän vermittelt die Frau aus Velbert in Lüdenscheid zwischen den Gesprächspartnern aus dem In- und Ausland. Die Botschaften kommen an. Wer will uns was womit sagen? Dreh- und Angelpunkt – die Frau im Hintergrund. Und die Premiere gelingt. Isabel Schwagereit freut sich. Von den LichtRouten hatte sie bis zum Anruf aus der Stadt des Lichts noch nichts gehört. Jetzt ist sie begeistert und kündigt an: „Wir kommen“. Wir, das ist ihre Familie. Ihre beiden Söhne sind echte Technikfans. Die Phänomenta kennen sie bereits. Jetzt werden alle die LichtRouten erkunden.

Auf einmal mittendrin

Kuratorin Bettina Pelz findet das super. Sie erzählt Isabel Schwagereit von den Anfängen des Events vor zehn Jahren und den Highlights. Auf geht’s ins Café. Und wie es bei den LichtRouten eben so ist: Auf einmal ist man mittendrin, von wegen graue Maus im Hintergrund…

Für Kinder mit Begleitpersonen gibt es Sonderführungen am 28.09., 2.10., 4.10. und 5.10. von 19.30 bis ca. 20 Uhr mit Erläuterungen zu ausgewählten Installationen, die sich besonders für Kinder bis zu 12 Jahren eignen. Treffpunkt: Vor dem Postgebäude, Rathausplatz 1, kostenfrei und ohne Voranmeldung. Mehr zu Terminen bei den Lichtrouten finden Sie hier.

Was geht App?

App

Von Florian Hesse

Angekündigt ist sie schon lange, die ersten LichtRouten-Fans haben sie längst auf Tablet und/oder Smartphone. Kuratorin Bettina Pelz behagt das gar nicht. Denn: Die LichtRouten-App wird noch optimiert. Rechtzeitig zum Lichtfest werde alles fertig sein, verspricht sie. Wer sie jetzt lade, müsse sie unter Umständen löschen und neu installieren.

Lichtstadt-luedenscheid.de hat sich den Erlkönig natürlich trotzdem abgegriffen. Testmöglichkeiten waren iPhone4, Google Nexus7 und iPad. Letzteres findet im Store noch keine Downloadquelle, aber die anderen funktionieren. Und wie!

Am Start war bei der Entwicklung das Entwickler-Team U-Approach B.V., das für das Festival GLOW in Eindhoven das Helferlein gebaut hat. „Wir wollten hier noch einen draufsetzen“, sagt Bettina Pelz. Das hat der App dann auch glatt einen GPS-Navigator für die Lüdenscheider Innenstadt beschert mit allen Attraktionen und Installationen.

QR-Code lichtrouten homepage

QR-Codes wie dieser ermöglichen schnelle und gezielte Information. Sie führen direkt auf eine Internetseite wie in diesem Fall auf www.lichtrouten.de.

 

Das wichtigste Werkzeug dürfte allerdings auf der Startseite ganz oben stehen. „MEHR INFO zu den Installationen“ führt zu jeder Licht-Arbeit mit entsprechenden Erläuterungen samt Standort, was die Orientierung vorab und die ganz persönliche Routenplanung einfacher machen dürfte. Denn 20 Mal Lichtkunst an einem Abend – das ist wohl ein bisschen viel selbst für Hartgesottene.

Zumal es zu allen Arbeiten einiges zu sagen gibt. Das machen direkt an den Standorten QR-Codes, die man – hätten Sie’s gedacht? – ebenfalls mit der App auslesen kann.

Übrigens: Wer von außerhalb kommt, den Lichtblog lichtstadt-luedenscheid.de nicht gelesen hat oder nicht auf der Facebook-Fanseite der LichtRouten unterwegs war, findet immer noch Hilfe, wenn sein Handy schon einen QR-Code-Scanner hat. Entsprechende Codes führen zur Download-Möglichkeit für die App.

Weiter geht’s mit einem direkten Zugang zu Tweeds in Sachen Lichtstadt, einer Top-Ten der Installationen und einem Link zu News aus dem LichtRouten-Team.

Ganz am Ende wird es praktisch und pragmatisch. Wer auf den Balken „Über Lichtrouten“ tippt, kriegt ein bisschen Bleisatz um die Ohren. Aber Öffnungszeiten, Kontakt, Übersicht und Telefonnummern sind an sich ja nichts Schlechtes…

Übrigens: Das Ganze gibt’s kostenfrei für iOS und Android.

Aktuelles wie immer unter www.lichtrouten.de und auf der Facebook-Fanseite.
Ganz altmodisch gibt’s hier aber auch eine Übersicht als pdf-Datei zum Ausdruck.

 

 

 

 

Lichter der Besinnung

 

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Bei den Lichtern der Besinnung bieten die Kirchen einen Ort der Stille.

Die Evangelische Allianz sowie St. Jospeh und Medardus bieten ein umfassendes Programm zu den LichtRouten 2013. „Wir freuen uns, dass die evangelischen Kirchengemeinden, die Friedenskirche, die Freie Evangelische Gemeinde, das Blaue Kreuz und die katholische Kirchengemeinde St. Joseph und Medardus an dem gemeinsamen Angebot der Kirchen zu den Lichtrouten beteiligt sind“, so Bärbel Wilde, Vorsitzende der evangelischen Allianz in Lüdenscheid. Unter der Federführung der evangelischen Allianz ist ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, Konzerten, Jugendaktionen und vielem mehr zustande gekommen.

Musik von “joyfull spirit”

Pünktlich zum Start der Lichtrouten beginnt am Freitag, 27. September, um 19.30 Uhr auch der Impulsabend mit Hanspeter Wolfsberger in der Freien Evangelischen Gemeinde an der Börsenstraße. Der ehemalige Direktor der Liebenzellermission spricht zum Thema „Was wirklich wichtig ist im Leben“. Für Musik sorgen „joyful spirit“.

„Mir geht ein Licht auf“ heißt es am Samstag, 28. September, um 17 Uhr beim Monatsschlussgottesdienst in der Christuskirche. Am selben Tag um 19.30 Uhr findet außerdem ein Konzert mit der Band „2B“ in der Auferstehungskirche statt.

Feuerschale und Stockbrot

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Bärbel Wilde (Mitte) stellt gemeinsam mit den Mitgliedern der evangelischen Allianz und Lichtrouten-Kurator Tom Groll (hinten Mitte) das Programm der Kirchen zu den Lichtrouten vor.

Während der beiden Lichtrouten-Wochenenden am 27. und 28. September sowie vom 4. bis zum 6. Oktober laden die Christuskirche, die Freie Evangelische Gemeinde und St. Joseph und Medardus im Rahmen der überkonfessionellen Arbeit „Gemeinsame Wege“ immer von 19 bis 22 Uhr zu den offenen Kirchen ein. Bei den Lichtern der Besinnung bieten die Kirchen einen Ort der Stille. Die Erlöserkirche beteiligt sich am 29. September, am 4. und 6. Oktober an den offenen Kirchen. Auf dem Kirchplatz sind zu dieser Zeit Feuerschale und Stockbrot im Angebot. Am Samstag, 5. Oktober, um 19.30 Uhr gibt es in der Erlöserkirche einen besonderen Leckerbissen: ein Klavierabend bei Kerzenschein mit Kantor Dimitrie Grigoriev.

 

„Das Jugendding“ startet am Mittwoch, 2. Oktober, um 19.30 Uhr ebenfalls in der Erlöserkirche. Im Anschluss ist eine Lightpainting-Aktion der Jugendlichen an verschiedenen Stationen geplant, bei dem sie per Langzeitbelichtung auf Fotografien mit Licht malen. So ist das Thema Licht über den gesamten Zeitraum der Lichtrouten vom 27. September bis 6. Oktober im Veranstaltungsprogramm der Kirchen präsent.                                                                             (lsm)

 

RWL macht LichtRouten Beine

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Die Erstvertretung von Rot Weiß Lüdenscheid läuft im September mit dem LichtRouten-Logo auf. Foto: RWL

Die LichtRouten 2013 machen den Kickern der Erst-Vertretung von Rot Weiß Lüdenscheid Beine: In diesem Monat laufen die Bezirksliga-Fußballer mit dem Logo der LichtRouten auf ihren Trikots auf. Hauptsponsor Nagler Normalien hat sozusagen die Brust freigegeben, damit auf den Sportplätzen in der Region die Werbetrommel für das internationale Forum für Licht in Kunst und Design (27. September bis 6. Oktober) gerührt werden kann.

Der Verein freut sich, im Sinne seines Leitbildes „Wir kicken für unsere Stadt“ für die Bergstadt und für die weit über Lüdenscheid hinaus bekannte Veranstaltung werben zu dürfen.

Ein besonderer Dank des Vereins geht auch an die Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH (LSM). Die LSM-Verantwortlichen fanden die Idee einfach klasse und unterstützten die Fußballer bei der Umsetzung.

Die 20 RWL-LichtRouten-Trikots werden nach dem Ende der Veranstaltung am 6. Oktober zu Gunsten der Rot-Weiß Jugendabteilung versteigert. Der Startpreis beträgt je 75,- Euro für das eingerahmte Trikot. Die ersten Interessenten haben sich schon für die Nummern 4; 10 und 11 angemeldet, so dass sich Jugendleiter Stefan Grappendorf und Marketingbeauftragter
Stefan Pietzner sicher sind, für alle Trikots einen Liebhaber zu finden.

Interessierte wenden sich bitte per Mail an stefan.pietzner@rwl-online.com und geben ihre Wunsch-Nummer und ihr Gebot ab. Quelle: www.rot-weissluedenscheid.de

Feuerwerk bei Tag und Nacht

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Otto Pienes Feuerwerk für Celle bei Nacht. Foto: @Julia Otto

von Wolfgang Teipel

Ein 85-Jähriger kann nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen. Dass Otto Piene, der in den USA lebt, nicht persönlich zu den LichtRouten 2013 erscheinen würde, war den Kuratoren schon länger klar. Dass er seine Beteiligung komplett abgesagt hat, bedauern die Kuratoren Bettina Pelz und Tom Groll bei allem Verständnis für diese Entscheidung.

Feuerwerk für Celle

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Otto Pienes Feuerwerk für Celle am Tag. Foto: @Julia Otto

Interessenten können aber bei einem Besuch des Kunstmuseums Celle mit der Sammlung Robert Simon die Lücke schließen, die Pienes Absage bei den LichtRouten 2013 hinterlassen hat. Einer der Glanzpunkte in diesem Museum ist nämlich der von Otto Piene speziell für Celle errichteten „Lichtraum“.

Der Mann aus Bad Laasphe, der in den 1960er Jahren mit seinen Aktionen für Aufsehen sorgte, gestaltete auch den Lichtfries „Zone Zero“ und das monumentale Skulpturenpaar „Feuerwerk für Celle“. Pienes Kreationen gehören neben Arbeiten von Brigitte Kowanz, Klaus Geldmacher, Francesco Mariotti, Vollrad Kutscher (in diesem Jahr bei den Lüdenscheider LichtRouten) und Leonardo Mosso zu den Höhepunkten des nächtlichen Lichtparcours im Außenbereich des Museums.

Einzigartiges Konzept

Die Einrichtung in Celle nennt sich selbst das erste 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt. Das einzigartige Museumskonzept ist beim Deutschen Marken- und Patentamt in München registriert (Nr. 39854828).

Morgens, mittags, abends und nachts bietet das Kunstmuseum Celle (www.kunst.celle.de) Begegnungen mit moderner und zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung von Robert Simon und wechselnde Sonderausstellungen.

Robert Simon (Jahrgang 1946) arbeitete seit dem 26. Lebensjahr in Führungspositionen der deutschen Wirtschaft. 1998 initiierte er in Celle das einzigartige Museumskonzept. Der Hannoveraner Galerist und Kunstsammler engagiert sich als ehrenamtlicher Leiter des Kunstmuseums.

Otto Piene zählt zu den Vorreitern der Lichtkunst. Sein Werk besitzt drei bekannte Eckpunkte: Die Feuerbilder, die Lichtballette und die Himmelskunst (Sky Art). Zu den bekanntesten Werken seiner Sky Art zählt der 700 Meter Meter lange „Olympia-Regenbogen“, der sich am 11. September 1972 über den See des Münchener Olympia-Geländes spannte.