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Urbanscreen spielt mit Licht und Formen

Lichtinstallation "320 Grad Licht" von Urbanscreen. Foto: Wolfgang Volz

Lichtinstallation „320 Grad Licht“ von Urbanscreen. Foto: Wolfgang Volz

Ausgewählte Meisterwerke der Kunstgeschichte zeigen vom 11. April bis 30. Dezember 2014 im Gasometer Oberhausen die Vielfalt der Schönheit in der Kunst. Höhepunkt ist die 100 Meter hohe Installation „320° Licht“ von URBANSCREEN.

Die Bremer Künstlergruppe URBANSCREEN nimmt die kathedralenartige Schönheit des Gasometers zum Ausgangspunkt für ein faszinierendes Spiel mit Formen und Licht. In einem Radius von 320 Grad wachsen und verändern sich auf der 100 Meter hohen Innenwand des Gasometers grafische Muster. Der Betrachter erlebt ein rund 20-minütiges, ständig fortlaufendes Wechselspiel zwischen realem und virtuellem Raum, bei dem sich der Gasometer in seine Strukturen aufzulösen scheint und schließlich doch immer wieder zu seiner klaren Form zurückfindet.

Verzicht auf konkrete Bildelemente

Punkte, Linien und Flächen zeichnen die elementaren Bestandteile der umgebenden Architektur nach. Von der Eindimensionalität hin zur Dreidimensionalität entwickelt sich innerhalb der Inszenierung ein imaginärer Raum. „Diese Schwerpunktsetzung bedeutet für uns einen konsequenten Verzicht auf konkrete Bildelemente, die in ihrer unauflöslichen Zeichenhaftigkeit immer auch auf externe Inhalte verweisen“, so die international gefragte Künstlergruppe. Die grafischen Grundelemente tauchen überwiegend als weißer Vollton auf und offenbaren ihre zweite Funktion, wenn im ausgeleuchteten Quadrat auch die charakteristische schwarzbraune Oberfläche des Innenraums erkennbar wird.

Klänge aus sieben Kanälen

Lichtinstallation "320° Licht" von Urbanscreen im Gasometer Oberhausen Foto: Wolfgang Volz

„320 Grad Licht“ spielt mit dem riesigen Gasometer. Foto: Wolfgang Volz

Über sieben Kanäle eingespeiste Klänge ergänzen die raumprägende Wirkung der Installation. Die Komposition baut auf dem gegebenen Raumklang und seinem natürlichen Widerhall auf und bildet so eine organische Einheit mit der visuellen Ebene der Arbeit. „Dabei geht es nicht im konventionellen Sinne um eine akustische Beschallung – vielmehr begreifen wir den Gasometer als eigenständigen Klangkörper, den es wie ein Instrument zu ‚spielen‘ gilt. Jeder Ton ist von der Beschaffenheit des Ortes gefärbt und somit seinem ursprünglichen Klang entfremdet“.

„320° Licht“ wird mit 21 Projektoren des Projektpartners Epson realisiert. Mit rund 20 000 Quadratmetern bespielter Fläche gehört die Installation zu den größten und technisch anspruchsvollsten Innenraumprojektionen weltweit.

Monumentale Größe

„320° Licht“ spielt mit dem Raum, schafft Illusionen und zerstört sie wieder. Die Installation betont die monumentale Größe, die Form und die Materialität des Raumes – und ist somit auch eine Hommage an die Schönheit des Gasometers.

Diese Schönheit des Innenraums offenbarte sich erst, als der Gasometer in eine Ausstellungshalle umgebaut wurde. Vor 20 Jahren, im Juli 1994, wurde die erste Ausstellung „Feuer und Flamme“ eröffnet. Damals war nicht absehbar, welche Erfolgsgeschichte der Gasometer als Ausstellungshalle schreiben würde. „Neben den hochwertigen kulturwissenschaftlichen und den Kunstausstellungen ist es sicherlich die Schönheit des Raumes, die bis heute weit mehr als fünf Millionen Besucher begeistert hat. So hätte es im Jubiläumsjahr kaum ein passenderes Ausstellungsthema als ‚Der schöne Schein‘ geben können.“ sagt Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH.

Wahrzeichen von Oberhausen

Der Gasometer Oberhausen, 117,5 Meter hoch, wurde vor 85 Jahren, 1929, in Betrieb genommen und ist heute Wahrzeichen der Stadt, beeindruckendes Dokument der Bau- und Technikgeschichte und spektakulärer Veranstaltungsort. Seit 1994 ist er ein kaum mehr wegzudenkender Bestandteil der Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen. Mit bisher dreizehn auch international erfolgreichen Ausstellungen steht der Gasometer Oberhausen stellvertretend für den lebendigen Wandel der Region. Hinzu kommen zahlreiche Theateraufführungen und Konzerte, Lesungen und Vorträge, in denen der einstige Gasspeicher das einzigartige Raumerlebnis in seinem Inneren auf unterschiedliche Weise unter Beweis gestellt hat. Vom Dach dieser „Kathedrale der Industrie“, zu erreichen über den gläsernen Panoramaaufzug, bietet sich der Ausblick über das gesamte westliche Ruhrgebiet.

Gesamtleitung Jeanette Schmitz

„Der schöne Schein“ ist eine Ausstellung der Gasometer Oberhausen GmbH unter der Gesamtleitung von Jeanette Schmitz. Kuratoren sind Prof. Peter Pachnicke und Wolfgang Volz, die im Gasometer Oberhausen bereits für die Umsetzung erfolgreicher Ausstellungen wie „Das Auge des Himmels“, „Sternstunden“, „Magische Orte“ und Christos „Big Air Package“ verantwortlich waren. Kuratorische Mitarbeit: Dr. Martina Dlugaiczyk, Judith Schüller und Thomas Wolf.

Die Künstlergruppe URBANSCREEN wurde international bekannt durch die spektakulären Illuminationen des Opernhauses in Sydney (Australien), der Rice-University in Houston (USA) und die Light-Sound-Kompositionen auf der Kunsthalle Hamburg, dem Kunstquartier Wien und dem Bauhaus Dessau.

Ort
Gasometer Oberhausen, Arenastraße 11, 46047 Oberhausen

Dauer
11. April bis 30. Dezember 2014

Öffnungszeiten
dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen: 10 bis 18 Uhr,
montags geschlossen,
​in den NRW-Ferien an allen Wochentagen geöffnet

Eintrittspreise

  • Erwachsene 9 EUR, ermäßigt 6 EUR,
  • Familien (2 Erwachsene, bis zu 5 Kinder) 20 EUR
  • Kombiticket mit der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen 11 EUR,
  • Kombiticket mit dem LVR-Industriemuseum 10 EUR