Hochhaus-Show als Video

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Der Bergkamener City-Turm ist zum Schandmal verkommen. Foto: Wolfgang Teipel

Schon im November sollte der Bergkamener Wohnturm abgerissen werden. Der Koloss mit seinen 150 leer stehenden Wohnungen dient aber weiter als Schandmal der Stadt am östlichen Rand des Ruhrgebiets. Der Abrissantrag ist gestellt. Wahrscheinlich fällt das Gebäude erst im Februar 2014.

Abschied beim Lichtermarkt

Die Bergkamener haben sich schon von der seit vielen Jahren ungeliebten Betonburg verabschiedet. Vor dem Bergkamener Lichtermarkt hatte sie einen großen Auftritt. Das Gebäude wurde an einigen Tagen zur Projektionsfläche für die Künstlergruppe osa („office for subversive architecture“), zu Deutsch: Büro für umstürzlerische Architektur. Sie verwandelte die 63 Meter hohe Wohnanlage im Herzen der Stadt ins größte Lichtkunstwerk Europas. Oliver Schlappat hat diese Show festgehalten und ein faszinierendes Video produziert. Hier ist es zu sehen.

Osa brachte Leben auf die Betonburg

Die Künstlergruppe osa ließ Lichtstrahlen an dem Gebäude hinauf klettern. Mit Laserlicht wurden Wohnungen simuliert. Treppen und Aufzüge erschienen auf dem eigens für die Lichtinstallation schwarz gestrichenen Turm. Dazu hörten die Besucher Erinnerungen aus der Historie des Turms. Beispielsweise die tragische Geschichte eines Jungen, der von einer Feuerleiter in die Tiefe stürzte und starb.

Drogen, Alkohol und Gewalt

Mit dem City-Turm, der als Wahrzeichen von Bergkamen geplant war, verschwindet im Februar 2014 ein Schandfleck. Drogen, Alkohol, Gewalt und Prostitution haben die Geschichte des Gebäudes begleitet. Am Ende durften selbst die Sozialarbeiter das Gebäude nicht mehr allein betreten. Im November 2000 erklärte die Stadt das Gebäude für unbewohnbar. Seitdem zerfällt das Gebäude, das sich immer in privater Hand befand.

Mit der Lasershow kehrte das Leben für eine kurze Zeitspanne zurück. “Wir waren fasziniert von dem Gebäude und seiner Geschichte”, sagte Katja Aßmann, künstlerische Leiterin von “Urban Lights Ruhr”, einem Projekt, das aus der Kulturhauptstadt hervorgegangen ist.

Zeugnis einer verlorenen Utopie

Die Künstler Karsten Huneck und Oliver Langbein haben das Kunstwerk gemeinsam mit Christoph Rodatz realisiert. Rodatz unterrichtet an der FH Dortmund und an der Ruhr-Uni Bochum. Sie haben ihrer Lichtkunstarbeit  den Titel “discharge/recharge” (Löschen/Aufladen) gegeben. “Discharge” nennen sie dabei das ursprüngliche Gebäude als Zeugnis einer verlorenen Utopie. “Recharge” lässt das Hochhaus durch die Lichtlinien zu einer der größten Lichtskulpturen Deutschland werden.

Roboter stemmte eine Hantel

Zur Lasershow kam eine zweite Installation auf dem Parkdeck der Turm-Arkaden. Dort hatte die Gruppe „realities:united” einen Industrieroboter aufgebaut. Er gab einsame Winkzeichen – tagsüber mit einer Flagge, nachts mit einem Leuchtstab. Zwischenzeitlich stemmte er auch mal eine Hantel.

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