Hoffen auf die magischen Momente

LichtRouten

Bettina Pelz und Tom Groll erschaffen seit 2002 die Lüdenscheider LichtRouten immer wieder neu. Foto: Wolfgang Teipel

Auf dem Weg von der Konzeptidee bis zur endgültigen Umsetzung wird oftmals bis zur letzten Minute improvisiert. Das hat Bettina Pelz in vielen Jahren gelernt. Deshalb bleibt die Kuratorin der Lüdenscheider LichtRouten 2018 meist ganz gelassen. Auch wenn sich beim Pressegespräch das Handy immer wieder meldet. „Sorry“, sagt sie. Und nach einer kurzen Unterbrechung geht es weiter.

Wenige Tage vor der Eröffnung der LichtRouten 2018 hat sie sich ein wenig Zeit genommen. Wir sitzen im Café Fabriksken. Vor Bettina Pelz steht eine große Tasse Tee. Neben ihr sitzt Aymen Gharbi, ihr Ko-Kurator der großen Lichtkunst-Ausstellung „Interference“ in Tunis. Er gehört in Lüdenscheid fest zum Team und übernimmt unter anderem Arbeiten an der LichtRouten-Website www.lichtrouten.de und die Betreuung der Künstler.

Das Leben wäre anders verlaufen

Deutsch ist schon lange nicht mehr die einzige Sprache bei den LichtRouten. Fragen und Antworten in Englisch und Deutsch. Gut für Aymen Gharbi. So kann der Architekt aus Tunis der Unterhaltung folgen und sich beteiligen.

„Mein Leben und das Leben von Tom Groll wäre ohne die LichtRouten ganz sicher anders verlaufen“, sagt Bettina Pelz. Nach ihrem Philosophie- und Sozialpädagogikstudium leitete sie soziokulturelle Zentren und beschäftigte sich mit Kunst im öffentlichen Raum. An Licht hat sie damals kaum gedacht. Das änderte sich schnell.

Kunstprojekt und kein Stadtfest

Den Anfang machten die „Illuminaren Zonen“, die Tom Groll während seines Stipendiums der Märkischen Kulturkonferenz (MKK) entwickelte. Danach bewarben sich Bettina Pelz und Tom Groll um die Ausrichtung eines Lichtfestivals in Lüdenscheid. Es sollte das Image Lüdenscheids als „Stadt des Lichts“ festigen. „Uns war klar: Wenn wir das machen, wird es ein Kunstprojekt und kein Stadtfest“, blickt Bettina Pelz zurück.

Vorbilder Helsinki und Lyon

Sie orientierte sich an renommierten Lichtkunstausstellungen in Helsinki und Lyon. So wurden die LichtRouten geboren. Mittlerweile zählt Bettina Pelz weltweit zu den gefragten Ansprechpartnern auf der Lichtkunstszene. Als Kuratorin verschiedener Festivals wie der der „Glow“ in Eindhoven, der „Narracje“ in Danzig, den „Lichtströmen“ in Koblenz oder den „Lichtungen“ in Hildesheim, teils allein, teils mit Tom Groll, hat Bettina Pelz ein umfassendes Netzwerk geknüpft. Manche bezeichnen sie in zwischen als die „Grande Dame“ der Lichtkunst.

Von der Vision in die Realität

Ihr Konzept ist klar: Sie sucht immer wieder die ausgewogene Mischung. Künstler aus den USA und Europa, bekannte und neue Kreative, Männer und Frauen, Solokünstler und Kollektive – alles muss in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. „Ich habe ein riesiges Tableau“, sagt Bettina Pelz. Sie wählt aus, formt ein Konzept, das zum Ausstellungsort passt, und dann beginnt ihre und Tom Grolls große Kunst – das Umsetzen der Vision in die Realität.

Spannender Prozess

Das ist ein spannender Prozess für alle Beteiligten. Er fordert Engagement, Flexibilität, Improvisationstalent, Bereitschaft zur Leistung und vieles mehr. Nur so gelingt es, in der Stadt aus dem Nichts einen Moment zu schaffen, an dem alles anders ist. Bei den LichtRouten 2018 soll dieser magische Moment vom 28. September bis zum 7. Oktober dauern.

Uhrzeiten: täglich von 19.00 bis 24.00 Uhr.  Öffentliche Führungen täglich 19.30, 20.00, 20.30 und 21.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter http://LichtRouten.de

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